Heute kreisen meine Gedanken um das Thema
Kindererziehung – mal wieder. So ist das nun mal, Mütter, besonders frisch
gebacknene Mütter, machen sich Gedanken, viiiiele Gedanken, Und zum denken hat
man jetzt ja auch mehr Zeit. Nun hat man auch die Gelegenheit nachts die
Gehirnzellen anzustrengen, wenn man Glück hat sogar alle zwei Stunden.
Aber zurück zur Kindererziehung.
Frage: Gibt es die richtige oder falsche
Erziehung?
Ich denke nicht. ( )Menschen sind verschieden,
Kinder sind verschieden, manche sensibel, manche dickköpfig, manche heiter bis
launisch. Jedoch gibt es bestimmt die Möglichkeit ein Kind gut oder schlecht zu
erziehen und damit komme ich zur eigentlichen Frage, woher weiss ich, ob ich
mein Kind, mein individuelles Kind, richtig erziehe?
Nun, um mir diese Frage ehrlich zu stellen,
muss ich mir die Möglichkeit einräumen, dass ich auch Fehler begehe - aber das
ist ja klar, jeder macht Fehler – dass die Option besteht, dass ich mein Kind
falsch erziehe. Aber das ist ja unerhört, wer will mir denn vorwerfen, dass ich
mein Kind falsch erziehe!
Willkommen zur Wurzel des Problems.
Bin ich überhaupt bereit mich und meinen
Erziehungsstil zu reflektieren und andere Optionen einzubeziehen? Nein? Na dann
steh ich wohl in einer Sackgasse und werde nie erfahren, ob es einen besseren
Weg gibt. Ich hoffe nur, dass ich dann nicht irgendwann gegen die Wand gefahren
bin und mit einem Totalschaden in die nächste Werkstatt abgeschleppt werden
muss.
Also, reflektieren!
Frage: Aber was ist nun der beste Weg für mein
Kind, oder der richtige Weg um meine Situation zu reflektieren?
Eins kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass ich
dies bestimmt nicht durch mein Pädagogikstudium, oder sollte ich
Erziehungswissenschaften sagen, beantworten kann. Ja, es gibt mir Ideen und
bestimmt wichtige Werkzeuge an die Hand aus denen ich auwählen kann, aber woher
soll ich nun wissen, für welche ich mich entscheiden soll?
Also muss ein anderer Maßstab her!
Wäre es nicht am besten ein perfektes Vorbild
zu haben? Wenn man an Vorbild denkt, dann natürlich schnell an die eigenen
Eltern oder Schwiegereltern oder sogar enge Freunde und das tue ich auch und
schaue mir vieles ab, aber perfekt sind auch die nicht.
Ich denke da eher an unsere himmlischen
Eltern. Unseren himmlischen Vater, Gott. Ja, richtig ich bin sehr gläubig, aber
selbst wenn ich nicht an ein höheres Wesen glauben würde, an Jesus und die Begebenheiten
in der Bibel, stellt die selbige doch einen Menschen vor- Christus, der ein makelloses,
gutes Leben geführt hat und damit sind wir dann wieder bei perfekt.
Wer ist nun Jesus, Gott, was haben sie für
Eigenschaften, nach denen wir uns richten können, streben können?
Galater 5:22-23 beschreibt die Früchte des
Geistes, „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut,
Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (...)“. Auch das
Buch Mormon gibt uns viele Hinweise darauf wie wir sein sollen, „so wie ein
Kind, fügsam, sanftmütig, demütig, geduldig, voll von Liebe und willig sich
allem zu fügen, was der Herr für richtig hält, ihm aufzuerlegen, so wie ein
Kind sich seinem Vater fügt.“(Mosia 3:19).
Ist das nicht interessant! Wir fragen uns wie
wir unsere Kinder erziehen sollen und die Schriften lehren uns, wir sollen sie
so behandeln wie sie uns behandeln. Wie behandeln sie uns? Wie sind Kinder? Ja,
sie schreien, können das größte Theater veranstalten, Sachen auseinandernehmen
und dir die Zunge rausstrecken, aber Kinder vergeben auch, schnell, ohne
nachzutragen und das mit Kuss und Umarmung. Sie vertrauen dir, wer hat nicht
die Worte „mein/e Mama/Papa hat aber das gesagt“ gehört. Sie loben dich bis in
den Himmel und malen kleine bunte Bilder für dich. Sie lieben einfach,
bedingungslos. So liebt Gott. Ja, er verlangt Dinge von uns, er möchte, dass
wir seine Gebote halten, so wie wir möchten, dass unsere Kinder unsere
aufgestellten Regeln ebenso befolgen, aber selbst wenn wir ungehorsam sind, ihn
ignorieren, an ihn nicht glauben oder ihn sogar verfolgen – Er liebt uns
trotzdem, denn wir sind seine Kinder.
Nun, wenn ich ernsthaft darüber nachdenke wie
ich als Elternteil mein Kind behandel, dann muss ich mich wohl fragen, handel
ich so wie Gott, oder Jesus es würden – was würde Jesus tun?
Und bringt mich mein Verhalten dazu mehr so zu
werden wie Er ist?, fügsam, sanftmütig, demütig, geduldig, voll von Liebe ect.?,
oder führt es mich eher in die entgegengesetzte Richtung? Bin ich schnell
gereizt, verärgert, grob, stolz oder ungeduldig, oder fange ich sogar zu
schimpfen, schreien, oder im schlimmsten Fall, zu schlagen an? In diesem Fall
muss ich die oben genannte Frage, ob es die richtige oder die falsche Erziehung
gibt noch einmal aufgreifen und klären, also ja, es gibt in jedem Fall die
falsche Erziehung, nämlich wenn es in jegliche Form der Misshandlung, sei es
geistig oder körperlich, gleitet. Dann geht es mir auch nicht mehr um das Wohl
meines Kindes, sondern nur um mich. Mit einbezogen in die Frage – was würde
Jesus tun? – sollten wir uns demzofole auch fragen, mache ich das für mein Kind
oder nur für mich und wie mache ich es? Sowie, wie fühlt sich mein Kind gerade?,
oder wie würde ich mich fühlen wenn ich mein Kind wäre? Fühlt es sich geliebt durch
mein Handeln?
Ich weiss mit Sicherheit, dass ich an vielen
der Atribute arbeiten kann – das zum Thema Geduld. Aber das ist ok, denn ich
bin nicht perfekt, aber mein Kind gibt mir immer wieder die Möglichkeit mich zu
verbessern, ein bisschen liebevoller, sanftmütiger und auch geduldiger zu
werden. Das funktioniert dann, wenn wir auf die oben genannte „Wurzel des
Problems“ zurückkommen, mich nämlich selbst zu hinterfragen und dann danach zu
Handeln zum Wohle der Familie!
Die Fragen, war es richtig mein Kind für zwei
Stunden am Stück schreien zu lassen?, War es ok Zeit vorm Fernseher, Computer
ect. zu verbringen, anstelle mit meinem Kind zu spielen?, Ist es falsch
gewesen, dass ich schon wieder eine Ausnahme gemacht habe, nachgegeben habe?, Hätten
wir vielleicht doch lieber seine Windel direkt gewechselt und das Essen einfach
unterbrochen?, Hätten wir wirklich vor ihr streiten sollen?, lassen sich
verschieden beantworten, denn Kinder sind verschieden. Das Gute jedoch ist,
dass wir unsere Kinder kennen und ziehen wir den genannten Maßstab hinzu, an
dem wir uns richten können, dann können wir mit gutem Gewissen sagen – wir haben
unser Bestes gegeben!
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